"Die Nussknacker"
Eine Freiburger Firma bringt Bio-Nüsse fair vom Baum bis in den Laden. Die kleinen Energiebomben gibt‘s bei uns im Pfandglas

Vier junge Männer aus Baden-Württemberg stampfen 2014 eine Cashew-Produktion in Nigeria aus dem Boden – nur die Bäume sind schon da und der Hof von Cashew4U-Mitgründer Okey Ugwu in dessen alter Heimat Aku. Ihre Idee: eine „Fairchain“ für die Cashews aufbauen und den knabberfertigen Snack per Direktvertrieb auf den deutschen Markt bringen. Amos Bucher ist Maschinenbauingenieur, Bruder Tobias Schreinermeister, Cousin Julian Bletscher gerade mit seinem Lehramtstudium fertig, und Okey hat seinen Bachelor in Elektrotechnik in der Tasche. Keiner ihrer Lebensläufe enthält bis dato auch nur Spuren von Nüssen…

Wenige Jahre später beschäftigt das Unternehmen, das jetzt fairfood Freiburg heißt, über 30 Menschen in Nigeria und etwa nochmal so viele in der Green City, geleitet von Amos Bucher. Zu den Cashews haben sich weitere Nüsse und Trockenfrüchte aus aller Welt gesellt, alle Bio und fair gehandelt. Julian ist inzwischen für die hauseigene Rösterei verantwortlich und erzählt uns im Interview von kernigen Herausforderungen und Ideen.

Cashew-Produktion in Nigeria

Julian, ihr habt euch zum Start ausgerechnet eine besonders harte Nuss* ausgesucht. Oder warum werden Cashews eigentlich nie mit Schale zum Selberknacken angeboten?

Die Schale ist wirklich so hart, dass du mit einem normalen Nussknacker kläglich scheitern würdest. Aber vor allem enthält sie ein ätzendes Öl. In Nigeria packte mich die Neugier, ich wollte das selbst spüren: Das Zeug bitzelt auf der Haut wie ein aggressives Putzmittel. Deshalb können Cashews nur „nackt“ verkauft werden, und der Verarbeitungsprozess ist megaaufwändig.

Gut die Hälfte aller Cashews auf dem Weltmarkt stammen aus afrikanischen Ländern. Doch etwa 95 Prozent der Ernte verlässt Afrika als Rohware**, wieso?

Um große Mengen für den internationalen Markt zu verarbeiten, braucht es die Hilfe komplexer Anlagen. Cashewfabriken sind in Afrika leider noch rar – oder wie im Fall von Nigeria vor Jahren wieder aufgegeben worden. Die Politik und Wirtschaft interessierten sich offenbar mehr für das lukrative Erdölgeschäft. Die Cashews werden größtenteils nach Indien und Vietnam exportiert, die selbst wichtige Erzeugerländer sind, und kostengünstig industriell verarbeitet. Ganz ohne Handarbeit geht es aber auch dort nicht. Von Asien werden sie in alle Welt weiterverkauft. In einem deutschen Hafen angekommen, haben sie dann schon einen bis zu 5-mal längeren Transportweg hinter sich, als wenn sie direkt aus Lagos / Nigeria verschifft worden wären.

Warum setzt ihr in Aku auf reine Handarbeit und archaisch wirkende Methoden –wie das Rösten in einer Feuerschale? 

Ideal ist das nicht, klar. Bisher fehlten uns die Mittel, um die Produktion zu technisieren, und wir scheuten, offen gesagt, das Risiko – schon wegen der politisch instabilen Lage im Land. Doch in Zukunft planen wir den Bau einer kleinen Fabrik. Damit können wir die Produktionsmenge deutlich erhöhen. Die Cashews sollen dann in Wasserdampfkesseln vorbehandelt und mit mechanischen Knackmaschinen von der Schale befreit werden.

So wie in Burkino Faso, eurer zweiten Quelle für die leckeren Kerne? 

Ja, dort ist man diesbezüglich schon moderner aufgestellt. Die gebana AG aus Zürich, die Produkte nach dem Motto „Weltweit ab Hof“ fair und direkt vertreibt, half beim Aufbau einer Kooperative, der mittlerweile über 140 Kleinbauernfamilien angehören, sowie eine Cashewfabrik in Bobo-Dioulasso. Die Cashewbäume wachsen auf kleinen Parzellen in Mischkultur mit Mangobäumen. Wir nehmen der Kooperative zu festen, vom Weltmarkt unabhängigen Preisen beides ab – 2020 waren es 60 Tonnen Cashew und 4 Tonnen Mango.

Mehr als 30 Mitarbeiter beschäftigt
Fairfood in Nigeria

Die Bäume lassen sich nicht kultivieren,
deshalb muss die Paranuss, 
wie hier in Bolivien, von Hand geerntet werden

In der Freiburger Manufaktur werden die Nüsse ohne Öl, nur mit Kräutern
oder Salz geröstet, weiterverarbeitet und umweltschonend verpackt

Ihr habt eure Produktpalette zügig erweitert, wie kamen die Kontakte zu den Erzeugern zustande?

Meist über das Fairtrade-Netzwerk. Wir kaufen Bio-Nüsse und Bio-Trockenfrüchte von bestehenden Kooperativen, die unsere Werte teilen. Ein Partner, mit dem wir jetzt ein zweites eigenes Projekt in Ruanda starten, ist die Deutsche Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit. Es geht um Macadamia. Wir helfen den Bauern, auf Bio-Anbau umzustellen und Kooperativen zu bilden. Und wie in Nigeria wird hier eine Verarbeitungsstätte ganz neu errichtet. 

Bei euren Paranüssen gibt es eine Besonderheit: Sie werden wild gesammelt im bolivianischen Amazonas-Regenwald.

Das ist besonders und doch wieder nicht. Paranüsse kannst du nur wild sammeln. Die Bäume lassen sich nicht kultivieren, sie sind auf ihr intaktes Regenwald-Ökosystem angewiesen, auch weil sie zur Bestäubung bestimmte Prachtbienen mit extralangem Rüssel brauchen. Solange sich das Sammeln, Verarbeiten und Verkaufen der Nüsse für die Menschen vor Ort rentiert, gibt es keinen Grund, ihren Wald etwa für Soja-Plantagen abzuholzen.

Du willst sagen: Knabbert ordentlich fette Paranüsse und rettet den Regenwald! 

Nur zu (lacht)! Wir wollen auch einen Beitrag zur Rettung der Meere leisten …

Alle Fotos: Fairfood 

* Info für Besserwisser: Die Cashew ist botanisch gesehen keine Nuss, sondern eine nierenförmige Steinfrucht mit essbarem Samen oder Kern. Sie wächst an der Unterseite einer Scheinfrucht – eigentlich ein verdickter Fruchtstiel, der einer Paprika ähnelt, aber Cashewapfel heißt. Alles in allem ein ziemlich merkwürdiges Gebilde!

** 2018 ACA Annual Report (PDF) 

Bei euren Paranüssen gibt es eine Besonderheit: Sie werden wild gesammelt im bolivianischen Amazonas-Regenwald.

Das ist besonders und doch wieder nicht. Paranüsse kannst du nur wild sammeln. Die Bäume lassen sich nicht kultivieren, sie sind auf ihr intaktes Regenwald-Ökosystem angewiesen, auch weil sie zur Bestäubung bestimmte Prachtbienen mit extralangem Rüssel brauchen. Solange sich das Sammeln, Verarbeiten und Verkaufen der Nüsse für die Menschen vor Ort rentiert, gibt es keinen Grund, ihren Wald etwa für Soja-Plantagen abzuholzen.

Ökologischer Irrsinn.

Hinzu kommt, dass der Verkauf der Rohware relativ wenig einbringt. fairfood arbeitet nach dem Prinzip der „Fairchain“: Ziel ist, dass ein Großteil der Wertschöpfung im Anbauland stattfindet. Deshalb haben wir in Aku eine komplette Produktion vom Baum bis zum fertigen Snack aufgebaut. Die Cashews werden auf Okeys Hof geröstet, geknackt, gebacken und gepeelt. Wichtig: Unsere Mitarbeitenden werden fair nach Stunden bezahlt, nicht nach Kilo – wie in Asien oft üblich. Wie sich unsere Preise zusammensetzen, machen wir für jedes Produkt transparent. Du kannst nachgucken, welcher Anteil jeweils im Anbauland verdient wird.

… indem ihr Plastikmüll vermeidet. 2020 habt ihr eure Nüsse in Pfandgläsern herausgebracht, die man vorher nur von Joghurt kannte. Verdammt, warum ist bloß niemand vor euch darauf gekommen?! 

Das war, zusammen mit Alnatura, tatsächlich eine Pioniertat und nicht einfach, in das von Molkereien etablierte Pfandglas-System einzusteigen. Es gab rechtliche Dinge zu klären und logistische Probleme zu lösen. Ich hoffe, dass wir damit anderen die Tür geöffnet haben, ihre Produkte ebenfalls ins Pflandglas zu füllen. Deshalb bauen wir gerade eine Pfandgebinde-Community auf. Künftig wollen wir uns fairerweise auch an der „Drecksarbeit“ beteiligen: mit einer eigenen Gläser-Waschstraße. Übrigens gibt’s unsere Nüsschen auch in Unverpackt-Läden. 

Nüsschen, niedlich. Ihr habt auch gerade unter deiner Projektverantwortung und mithilfe von Crowdinvesting eine größere Rösterei aufgebaut. Wie viele Tönnchen röstet und veredelt ihr denn so pro Woche?

Ungefähr drei Tonnen: Cashews, Paranüsse, Erdnüsse und Mandeln – ohne Öl, nur mit Meersalz oder mit allerlei Kräutern geröstet. Ich liebe ja die „Wilde Rosmarie“ mit Thymian und Rosmarin. Wir machen auch Nussmus, crunchy Bolognese und Pasta Topping. Die Ideen für nussige Produkte sprudeln, alle vegan.

Um große Mengen für den internationalen Markt zu verarbeiten, braucht es die Hilfe komplexer Anlagen. Cashewfabriken sind in Afrika leider noch rar – oder wie im Fall von Nigeria vor Jahren wieder aufgegeben worden. Die Politik und Wirtschaft interessierten sich offenbar mehr für das lukrative Erdölgeschäft. Die Cashews werden größtenteils nach Indien und Vietnam exportiert, die selbst wichtige Erzeugerländer sind, und kostengünstig industriell verarbeitet. Ganz ohne Handarbeit geht es aber auch dort nicht. Von Asien werden sie in alle Welt weiterverkauft. In einem deutschen Hafen angekommen, haben sie dann schon einen bis zu 5-mal längeren Transportweg hinter sich, als wenn sie direkt aus Lagos / Nigeria verschifft worden wären.

Julian, ihr habt euch zum Start ausgerechnet eine besonders harte Nuss* ausgesucht. Oder warum werden Cashews eigentlich nie mit Schale zum Selberknacken angeboten? 

Die Schale ist wirklich so hart, dass du mit einem normalen Nussknacker kläglich scheitern würdest. Aber vor allem enthält sie ein ätzendes Öl. In Nigeria packte mich die Neugier, ich wollte das selbst spüren: Das Zeug bitzelt auf der Haut wie ein aggressives Putzmittel. Deshalb können Cashews nur „nackt“ verkauft werden, und der Verarbeitungsprozess ist megaaufwändig.

Gut die Hälfte aller Cashews auf dem Weltmarkt stammen aus afrikanischen Ländern. Doch etwa 95 Prozent der Ernte verlässt Afrika als Rohware**, wieso?

Um große Mengen für den internationalen Markt zu verarbeiten, braucht es die Hilfe komplexer Anlagen. Cashewfabriken sind in Afrika leider noch rar – oder wie im Fall von Nigeria vor Jahren wieder aufgegeben worden. Die Politik und Wirtschaft interessierten sich offenbar mehr für das lukrative Erdölgeschäft. Die Cashews werden größtenteils nach Indien und Vietnam exportiert, die selbst wichtige Erzeugerländer sind, und kostengünstig industriell verarbeitet. Ganz ohne Handarbeit geht es aber auch dort nicht. Von Asien werden sie in alle Welt weiterverkauft. In einem deutschen Hafen angekommen, haben sie dann schon einen bis zu 5-mal längeren Transportweg hinter sich, als wenn sie direkt aus Lagos / Nigeria verschifft worden wären.

Ökologischer Irrsinn. 

Hinzu kommt, dass der Verkauf der Rohware relativ wenig einbringt. fairfood arbeitet nach dem Prinzip der „Fairchain“: Ziel ist, dass ein Großteil der Wertschöpfung im Anbauland stattfindet. Deshalb haben wir in Aku eine komplette Produktion vom Baum bis zum fertigen Snack aufgebaut. Die Cashews werden auf Okeys Hof geröstet, geknackt, gebacken und gepeelt. Wichtig: Unsere Mitarbeitenden werden fair nach Stunden bezahlt, nicht nach Kilo – wie in Asien oft üblich. Wie sich unsere Preise zusammensetzen, machen wir für jedes Produkt transparent. Du kannst nachgucken, welcher Anteil jeweils im Anbauland verdient wird.

Warum setzt ihr in Aku auf reine Handarbeit und archaisch wirkende Methoden –wie das Rösten in einer Feuerschale? 

Ideal ist das nicht, klar. Bisher fehlten uns die Mittel, um die Produktion zu technisieren, und wir scheuten, offen gesagt, das Risiko – schon wegen der politisch instabilen Lage im Land. Doch in Zukunft planen wir den Bau einer kleinen Fabrik. Damit können wir die Produktionsmenge deutlich erhöhen. Die Cashews sollen dann in Wasserdampfkesseln vorbehandelt und mit mechanischen Knackmaschinen von der Schale befreit werden.

So wie in Burkino Faso, eurer zweiten Quelle für die leckeren Kerne? 

Ja, dort ist man diesbezüglich schon moderner aufgestellt. Die gebana AG aus Zürich, die Produkte nach dem Motto „Weltweit ab Hof“ fair und direkt vertreibt, half beim Aufbau einer Kooperative, der mittlerweile über 140 Kleinbauernfamilien angehören, sowie eine Cashewfabrik in Bobo-Dioulasso. Die Cashewbäume wachsen auf kleinen Parzellen in Mischkultur mit Mangobäumen. Wir nehmen der Kooperative zu festen, vom Weltmarkt unabhängigen Preisen beides ab – 2020 waren es 60 Tonnen Cashew und 4 Tonnen Mango.

Warum setzt ihr in Aku auf reine Handarbeit und archaisch wirkende Methoden –wie das Rösten in einer Feuerschale? 

Ideal ist das nicht, klar. Bisher fehlten uns die Mittel, um die Produktion zu technisieren, und wir scheuten, offen gesagt, das Risiko – schon wegen der politisch instabilen Lage im Land. Doch in Zukunft planen wir den Bau einer kleinen Fabrik. Damit können wir die Produktionsmenge deutlich erhöhen. Die Cashews sollen dann in Wasserdampfkesseln vorbehandelt und mit mechanischen Knackmaschinen von der Schale befreit werden.

So wie in Burkino Faso, eurer zweiten Quelle für die leckeren Kerne? 

Ja, dort ist man diesbezüglich schon moderner aufgestellt. Die gebana AG aus Zürich, die Produkte nach dem Motto „Weltweit ab Hof“ fair und direkt vertreibt, half beim Aufbau einer Kooperative, der mittlerweile über 140 Kleinbauernfamilien angehören, sowie eine Cashewfabrik in Bobo-Dioulasso. 

So wie in Burkino Faso, eurer zweiten Quelle für die leckeren Kerne? 

Ja, dort ist man diesbezüglich schon moderner aufgestellt. Die gebana AG aus Zürich, die Produkte nach dem Motto „Weltweit ab Hof“ fair und direkt vertreibt, half beim Aufbau einer Kooperative, der mittlerweile über 140 Kleinbauernfamilien angehören, sowie eine Cashewfabrik in Bobo-Dioulasso. Die Cashewbäume wachsen auf kleinen Parzellen in Mischkultur mit Mangobäumen. Wir nehmen der Kooperative zu festen, vom Weltmarkt unabhängigen Preisen beides ab – 2020 waren es 60 Tonnen Cashew und 4 Tonnen Mango.

Ihr habt eure Produktpalette zügig erweitert, wie kamen die Kontakte zu den Erzeugern zustande?

Meist über das Fairtrade-Netzwerk. Wir kaufen Bio-Nüsse und Bio-Trockenfrüchte von bestehenden Kooperativen, die unsere Werte teilen. Ein Partner, mit dem wir jetzt ein zweites eigenes Projekt in Ruanda starten, ist die Deutsche Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit. Es geht um Macadamia. Wir helfen den Bauern, auf Bio-Anbau umzustellen und Kooperativen zu bilden. Und wie in Nigeria wird hier eine Verarbeitungsstätte ganz neu errichtet.

Bei euren Paranüssen gibt es eine Besonderheit: Sie werden wild gesammelt im bolivianischen Amazonas-Regenwald. 

Das ist besonders und doch wieder nicht. Paranüsse kannst du nur wild sammeln. Die Bäume lassen sich nicht kultivieren, sie sind auf ihr intaktes Regenwald-Ökosystem angewiesen, auch weil sie zur Bestäubung bestimmte Prachtbienen mit extralangem Rüssel brauchen. Solange sich das Sammeln, Verarbeiten und Verkaufen der Nüsse für die Menschen vor Ort rentiert, gibt es keinen Grund, ihren Wald etwa für Soja-Plantagen abzuholzen.

Du willst sagen: Knabbert ordentlich fette Paranüsse und rettet den Regenwald! 

Nur zu (lacht)! Wir wollen auch einen Beitrag zur Rettung der Meere leisten …

… indem ihr Plastikmüll vermeidet. 2020 habt ihr eure Nüsse in Pfandgläsern herausgebracht, die man vorher nur von Joghurt kannte. Verdammt, warum ist bloß niemand vor euch darauf gekommen?! 

Das war, zusammen mit Alnatura, tatsächlich eine Pioniertat und nicht einfach, in das von Molkereien etablierte Pfandglas-System einzusteigen. Es gab rechtliche Dinge zu klären und logistische Probleme zu lösen. Ich hoffe, dass wir damit anderen die Tür geöffnet haben, ihre Produkte ebenfalls ins Pflandglas zu füllen. Deshalb bauen wir gerade eine Pfandgebinde-Community auf. Künftig wollen wir uns fairerweise auch an der „Drecksarbeit“ beteiligen: mit einer eigenen Gläser-Waschstraße. Übrigens gibt’s unsere Nüsschen auch in Unverpackt-Läden. 

Nüsschen, niedlich. Ihr habt auch gerade unter deiner Projektverantwortung und mithilfe von Crowdinvesting eine größere Rösterei aufgebaut. Wie viele Tönnchen röstet und veredelt ihr denn so pro Woche? 

Ungefähr drei Tonnen: Cashews, Paranüsse, Erdnüsse und Mandeln – ohne Öl, nur mit Meersalz oder mit allerlei Kräutern geröstet. Ich liebe ja die „Wilde Rosmarie“ mit Thymian und Rosmarin. Wir machen auch Nussmus, crunchy Bolognese und Pasta Topping. Die Ideen für nussige Produkte sprudeln, alle vegan.

Vier junge Männer aus Baden-Württemberg stampfen 2014 eine Cashew-Produktion in Nigeria aus dem Boden – nur die Bäume sind schon da und der Hof von Cashew4U-Mitgründer Okey Ugwu in dessen alter Heimat Aku. Ihre Idee: eine „Fairchain“ für die Cashews aufbauen und den knabberfertigen Snack per Direktvertrieb auf den deutschen Markt bringen. Amos Bucher ist Maschinenbauingenieur, Bruder Tobias Schreinermeister, Cousin Julian Bletscher gerade mit seinem Lehramtstudium fertig, und Okey hat seinen Bachelor in Elektrotechnik in der Tasche. Keiner ihrer Lebensläufe enthält bis dato auch nur Spuren von Nüssen… 

Wenige Jahre später beschäftigt das Unternehmen, das jetzt fairfood Freiburg heißt, über 30 Menschen in Nigeria und etwa nochmal so viele in der Green City, geleitet von Amos Bucher. Zu den Cashews haben sich weitere Nüsse und Trockenfrüchte aus aller Welt gesellt, alle Bio und fair gehandelt. Julian ist inzwischen für die hauseigene Rösterei verantwortlich und erzählt uns im Interview von kernigen Herausforderungen und Ideen.

Ökologischer Irrsinn. 

Hinzu kommt, dass der Verkauf der Rohware relativ wenig einbringt. fairfood arbeitet nach dem Prinzip der „Fairchain“: Ziel ist, dass ein Großteil der Wertschöpfung im Anbauland stattfindet. Deshalb haben wir in Aku eine komplette Produktion vom Baum bis zum fertigen Snack aufgebaut. Die Cashews werden auf Okeys Hof geröstet, geknackt, gebacken und gepeelt. Wichtig: Unsere Mitarbeitenden werden fair nach Stunden bezahlt, nicht nach Kilo – wie in Asien oft üblich. Wie sich unsere Preise zusammensetzen, machen wir für jedes Produkt transparent. Du kannst nachgucken, welcher Anteil jeweils im Anbauland verdient wird.

Warum setzt ihr in Aku auf reine Handarbeit und archaisch wirkende Methoden –wie das Rösten in einer Feuerschale? 

Ideal ist das nicht, klar. Bisher fehlten uns die Mittel, um die Produktion zu technisieren, und wir scheuten, offen gesagt, das Risiko – schon wegen der politisch instabilen Lage im Land. Doch in Zukunft planen wir den Bau einer kleinen Fabrik. Damit können wir die Produktionsmenge deutlich erhöhen. Die Cashews sollen dann in Wasserdampfkesseln vorbehandelt und mit mechanischen Knackmaschinen von der Schale befreit werden.

So wie in Burkino Faso, eurer zweiten Quelle für die leckeren Kerne? 

Ja, dort ist man diesbezüglich schon moderner aufgestellt. Die gebana AG aus Zürich, die Produkte nach dem Motto „Weltweit ab Hof“ fair und direkt vertreibt, half beim Aufbau einer Kooperative, der mittlerweile über 140 Kleinbauernfamilien angehören, sowie eine Cashewfabrik in Bobo-Dioulasso. Die Cashewbäume wachsen auf kleinen Parzellen in Mischkultur mit Mangobäumen. Wir nehmen der Kooperative zu festen, vom Weltmarkt unabhängigen Preisen beides ab – 2020 waren es 60 Tonnen Cashew und 4 Tonnen Mango.

Ihr habt eure Produktpalette zügig erweitert, wie kamen die Kontakte zu den Erzeugern zustande?

Meist über das Fairtrade-Netzwerk. Wir kaufen Bio-Nüsse und Bio-Trockenfrüchte von bestehenden Kooperativen, die unsere Werte teilen. Ein Partner, mit dem wir jetzt ein zweites eigenes Projekt in Ruanda starten, ist die Deutsche Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit. Es geht um Macadamia. Wir helfen den Bauern, auf Bio-Anbau umzustellen und Kooperativen zu bilden. Und wie in Nigeria wird hier eine Verarbeitungsstätte ganz neu errichtet. 

Bei euren Paranüssen gibt es eine Besonderheit: Sie werden wild gesammelt im bolivianischen Amazonas-Regenwald. 

Das ist besonders und doch wieder nicht. Paranüsse kannst du nur wild sammeln. Die Bäume lassen sich nicht kultivieren, sie sind auf ihr intaktes Regenwald-Ökosystem angewiesen, auch weil sie zur Bestäubung bestimmte Prachtbienen mit extralangem Rüssel brauchen. Solange sich das Sammeln, Verarbeiten und Verkaufen der Nüsse für die Menschen vor Ort rentiert, gibt es keinen Grund, ihren Wald etwa für Soja-Plantagen abzuholzen.

Bei euren Paranüssen gibt es eine Besonderheit: Sie werden wild gesammelt im bolivianischen Amazonas-Regenwald. 

Das ist besonders und doch wieder nicht. Paranüsse kannst du nur wild sammeln. Die Bäume lassen sich nicht kultivieren, sie sind auf ihr intaktes Regenwald-Ökosystem angewiesen, auch weil sie zur Bestäubung bestimmte Prachtbienen mit extralangem Rüssel brauchen. Solange sich das Sammeln, Verarbeiten und Verkaufen der Nüsse für die Menschen vor Ort rentiert, gibt es keinen Grund, ihren Wald etwa für Soja-Plantagen abzuholzen.

Ihr habt eure Produktpalette zügig erweitert, wie kamen die Kontakte zu den Erzeugern zustande?

Meist über das Fairtrade-Netzwerk. Wir kaufen Bio-Nüsse und Bio-Trockenfrüchte von bestehenden Kooperativen, die unsere Werte teilen. Ein Partner, mit dem wir jetzt ein zweites eigenes Projekt in Ruanda starten, ist die Deutsche Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit. Es geht um Macadamia. Wir helfen den Bauern, auf Bio-Anbau umzustellen und Kooperativen zu bilden. Und wie in Nigeria wird hier eine Verarbeitungsstätte ganz neu errichtet.

Bei euren Paranüssen gibt es eine Besonderheit: Sie werden wild gesammelt im bolivianischen Amazonas-Regenwald. 

Das ist besonders und doch wieder nicht. Paranüsse kannst du nur wild sammeln. Die Bäume lassen sich nicht kultivieren, sie sind auf ihr intaktes Regenwald-Ökosystem angewiesen, auch weil sie zur Bestäubung bestimmte Prachtbienen mit extralangem Rüssel brauchen. Solange sich das Sammeln, Verarbeiten und Verkaufen der Nüsse für die Menschen vor Ort rentiert, gibt es keinen Grund, ihren Wald etwa für Soja-Plantagen abzuholzen.

Du willst sagen: Knabbert ordentlich fette Paranüsse und rettet den Regenwald! 

Nur zu (lacht)! Wir wollen auch einen Beitrag zur Rettung der Meere leisten …

… indem ihr Plastikmüll vermeidet. 2020 habt ihr eure Nüsse in Pfandgläsern herausgebracht, die man vorher nur von Joghurt kannte. Verdammt, warum ist bloß niemand vor euch darauf gekommen?! 

Das war, zusammen mit Alnatura, tatsächlich eine Pioniertat und nicht einfach, in das von Molkereien etablierte Pfandglas-System einzusteigen. Es gab rechtliche Dinge zu klären und logistische Probleme zu lösen. Ich hoffe, dass wir damit anderen die Tür geöffnet haben, ihre Produkte ebenfalls ins Pflandglas zu füllen. Deshalb bauen wir gerade eine Pfandgebinde-Community auf. Künftig wollen wir uns fairerweise auch an der „Drecksarbeit“ beteiligen: mit einer eigenen Gläser-Waschstraße. Übrigens gibt’s unsere Nüsschen auch in Unverpackt-Läden. 

Nüsschen, niedlich. Ihr habt auch gerade unter deiner Projektverantwortung und mithilfe von Crowdinvesting eine größere Rösterei aufgebaut. Wie viele Tönnchen röstet und veredelt ihr denn so pro Woche? 

Ungefähr drei Tonnen: Cashews, Paranüsse, Erdnüsse und Mandeln – ohne Öl, nur mit Meersalz oder mit allerlei Kräutern geröstet. Ich liebe ja die „Wilde Rosmarie“ mit Thymian und Rosmarin. Wir machen auch Nussmus, crunchy Bolognese und Pasta Topping. Die Ideen für nussige Produkte sprudeln, alle vegan.

Julian, ihr habt euch zum Start ausgerechnet eine besonders harte Nuss* ausgesucht. Oder warum werden Cashews eigentlich nie mit Schale zum Selberknacken angeboten? 

Die Schale ist wirklich so hart, dass du mit einem normalen Nussknacker kläglich scheitern würdest. Aber vor allem enthält sie ein ätzendes Öl. In Nigeria packte mich die Neugier, ich wollte das selbst spüren: Das Zeug bitzelt auf der Haut wie ein aggressives Putzmittel. Deshalb können Cashews nur „nackt“ verkauft werden, und der Verarbeitungsprozess ist megaaufwändig.

Vier junge Männer aus Baden-Württemberg stampfen 2014 eine Cashew-Produktion in Nigeria aus dem Boden – nur die Bäume sind schon da und der Hof von Cashew4U-Mitgründer Okey Ugwu in dessen alter Heimat Aku. Ihre Idee: eine „Fairchain“ für die Cashews aufbauen und den knabberfertigen Snack per Direktvertrieb auf den deutschen Markt bringen. Amos Bucher ist Maschinenbauingenieur, Bruder Tobias Schreinermeister, Cousin Julian Bletscher gerade mit seinem Lehramtstudium fertig, und Okey hat seinen Bachelor in Elektrotechnik in der Tasche. Keiner ihrer Lebensläufe enthält bis dato auch nur Spuren von Nüssen … 

Wenige Jahre später beschäftigt das Unternehmen, das jetzt fairfood Freiburg heißt, über 30 Menschen in Nigeria und etwa nochmal so viele in der Green City, geleitet von Amos Bucher. Zu den Cashews haben sich weitere Nüsse und Trockenfrüchte aus aller Welt gesellt, alle Bio und fair gehandelt. Julian ist inzwischen für die hauseigene Rösterei verantwortlich und erzählt uns im Interview von kernigen Herausforderungen und Ideen.

Julian, ihr habt euch zum Start ausgerechnet eine besonders harte Nuss* ausgesucht. Oder warum werden Cashews eigentlich nie mit Schale zum Selberknacken angeboten? 

Die Schale ist wirklich so hart, dass du mit einem normalen Nussknacker kläglich scheitern würdest. Aber vor allem enthält sie ein ätzendes Öl. In Nigeria packte mich die Neugier, ich wollte das selbst spüren: Das Zeug bitzelt auf der Haut wie ein aggressives Putzmittel. Deshalb können Cashews nur „nackt“ verkauft werden, und der Verarbeitungsprozess ist megaaufwändig.

Julian, ihr habt euch zum Start ausgerechnet eine besonders harte Nuss* ausgesucht. Oder warum werden Cashews eigentlich nie mit Schale zum Selberknacken angeboten? 

Die Schale ist wirklich so hart, dass du mit einem normalen Nussknacker kläglich scheitern würdest. Aber vor allem enthält sie ein ätzendes Öl. In Nigeria packte mich die Neugier, ich wollte das selbst spüren: Das Zeug bitzelt auf der Haut wie ein aggressives Putzmittel. Deshalb können Cashews nur „nackt“ verkauft werden, und der Verarbeitungsprozess ist megaaufwändig.

Gut die Hälfte aller Cashews auf dem Weltmarkt stammen aus afrikanischen Ländern. Doch etwa 95 Prozent der Ernte verlässt Afrika als Rohware**, wieso?

Um große Mengen für den internationalen Markt zu verarbeiten, braucht es die Hilfe komplexer Anlagen. Cashewfabriken sind in Afrika leider noch rar – oder wie im Fall von Nigeria vor Jahren wieder aufgegeben worden. Die Politik und Wirtschaft interessierten sich offenbar mehr für das lukrative Erdölgeschäft. Die Cashews werden größtenteils nach Indien und Vietnam exportiert, die selbst wichtige Erzeugerländer sind, und kostengünstig industriell verarbeitet. Ganz ohne Handarbeit geht es aber auch dort nicht. Von Asien werden sie in alle Welt weiterverkauft. In einem deutschen Hafen angekommen, haben sie dann schon einen bis zu 5-mal längeren Transportweg hinter sich, als wenn sie direkt aus Lagos / Nigeria verschifft worden wären.

Ökologischer Irrsinn. 

Hinzu kommt, dass der Verkauf der Rohware relativ wenig einbringt. fairfood arbeitet nach dem Prinzip der „Fairchain“: Ziel ist, dass ein Großteil der Wertschöpfung im Anbauland stattfindet. Deshalb haben wir in Aku eine komplette Produktion vom Baum bis zum fertigen Snack aufgebaut. Die Cashews werden auf Okeys Hof geröstet, geknackt, gebacken und gepeelt. Wichtig: Unsere Mitarbeitenden werden fair nach Stunden bezahlt, nicht nach Kilo – wie in Asien oft üblich. Wie sich unsere Preise zusammensetzen, machen wir für jedes Produkt transparent. Du kannst nachgucken, welcher Anteil jeweils im Anbauland verdient wird.

Warum setzt ihr in Aku auf reine Handarbeit und archaisch wirkende Methoden –wie das Rösten in einer Feuerschale? 

Ideal ist das nicht, klar. Bisher fehlten uns die Mittel, um die Produktion zu technisieren, und wir scheuten, offen gesagt, das Risiko – schon wegen der politisch instabilen Lage im Land. Doch in Zukunft planen wir den Bau einer kleinen Fabrik. Damit können wir die Produktionsmenge deutlich erhöhen. Die Cashews sollen dann in Wasserdampfkesseln vorbehandelt und mit mechanischen Knackmaschinen von der Schale befreit werden.

So wie in Burkino Faso, eurer zweiten Quelle für die leckeren Kerne? 

Ja, dort ist man diesbezüglich schon moderner aufgestellt. Die gebana AG aus Zürich, die Produkte nach dem Motto „Weltweit ab Hof“ fair und direkt vertreibt, half beim Aufbau einer Kooperative, der mittlerweile über 140 Kleinbauernfamilien angehören, sowie eine Cashewfabrik in Bobo-Dioulasso. Die Cashewbäume wachsen auf kleinen Parzellen in Mischkultur mit Mangobäumen. Wir nehmen der Kooperative zu festen, vom Weltmarkt unabhängigen Preisen beides ab – 2020 waren es 60 Tonnen Cashew und 4 Tonnen Mango.

Ihr habt eure Produktpalette zügig erweitert, wie kamen die Kontakte zu den Erzeugern zustande?

Meist über das Fairtrade-Netzwerk. Wir kaufen Bio-Nüsse und Bio-Trockenfrüchte von bestehenden Kooperativen, die unsere Werte teilen. Ein Partner, mit dem wir jetzt ein zweites eigenes Projekt in Ruanda starten, ist die Deutsche Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit. Es geht um Macadamia. Wir helfen den Bauern, auf Bio-Anbau umzustellen und Kooperativen zu bilden. Und wie in Nigeria wird hier eine Verarbeitungsstätte ganz neu errichtet.

Bei euren Paranüssen gibt es eine Besonderheit: Sie werden wild gesammelt im bolivianischen Amazonas-Regenwald.

Das ist besonders und doch wieder nicht. Paranüsse kannst du nur wild sammeln. Die Bäume lassen sich nicht kultivieren, sie sind auf ihr intaktes Regenwald-Ökosystem angewiesen, auch weil sie zur Bestäubung bestimmte Prachtbienen mit extralangem Rüssel brauchen. Solange sich das Sammeln, Verarbeiten und Verkaufen der Nüsse für die Menschen vor Ort rentiert, gibt es keinen Grund, ihren Wald etwa für Soja-Plantagen abzuholzen.

Du willst sagen: Knabbert ordentlich fette Paranüsse und rettet den Regenwald! 

Nur zu (lacht)! Wir wollen auch einen Beitrag zur Rettung der Meere leisten …

… indem ihr Plastikmüll vermeidet. 2020 habt ihr eure Nüsse in Pfandgläsern herausgebracht, die man vorher nur von Joghurt kannte. Verdammt, warum ist bloß niemand vor euch darauf gekommen?! 

Das war, zusammen mit Alnatura, tatsächlich eine Pioniertat und nicht einfach, in das von Molkereien etablierte Pfandglas-System einzusteigen. Es gab rechtliche Dinge zu klären und logistische Probleme zu lösen. Ich hoffe, dass wir damit anderen die Tür geöffnet haben, ihre Produkte ebenfalls ins Pflandglas zu füllen. Deshalb bauen wir gerade eine Pfandgebinde-Community auf. Künftig wollen wir uns fairerweise auch an der „Drecksarbeit“ beteiligen: mit einer eigenen Gläser-Waschstraße. Übrigens gibt’s unsere Nüsschen auch in Unverpackt-Läden. 

Nüsschen, niedlich. Ihr habt auch gerade unter deiner Projektverantwortung und mithilfe von Crowdinvesting eine größere Rösterei aufgebaut. Wie viele Tönnchen röstet und veredelt ihr denn so pro Woche? 

Ungefähr drei Tonnen: Cashews, Paranüsse, Erdnüsse und Mandeln – ohne Öl, nur mit Meersalz oder mit allerlei Kräutern geröstet. Ich liebe ja die „Wilde Rosmarie“ mit Thymian und Rosmarin. Wir machen auch Nussmus, crunchy Bolognese und Pasta Topping. Die Ideen für nussige Produkte sprudeln, alle vegan.

Du willst sagen: Knabbert ordentlich fette Paranüsse und rettet den Regenwald! 

Nur zu (lacht)! Wir wollen auch einen Beitrag zur Rettung der Meere leisten …

 … indem ihr Plastikmüll vermeidet. 2020 habt ihr eure Nüsse in Pfandgläsern herausgebracht, die man vorher nur von Joghurt kannte. Verdammt, warum ist bloß niemand vor euch darauf gekommen?! 

Das war, zusammen mit Alnatura, tatsächlich eine Pioniertat und nicht einfach, in das von Molkereien etablierte Pfandglas-System einzusteigen. Es gab rechtliche Dinge zu klären und logistische Probleme zu lösen. Ich hoffe, dass wir damit anderen die Tür geöffnet haben, ihre Produkte ebenfalls ins Pflandglas zu füllen. Deshalb bauen wir gerade eine Pfandgebinde-Community auf. Künftig wollen wir uns fairerweise auch an der „Drecksarbeit“ beteiligen: mit einer eigenen Gläser-Waschstraße. Übrigens gibt’s unsere Nüsschen auch in Unverpackt-Läden. 

Nüsschen, niedlich. Ihr habt auch gerade unter deiner Projektverantwortung und mithilfe von Crowdinvesting eine größere Rösterei aufgebaut. Wie viele Tönnchen röstet und veredelt ihr denn so pro Woche? 

Ungefähr drei Tonnen: Cashews, Paranüsse, Erdnüsse und Mandeln – ohne Öl, nur mit Meersalz oder mit allerlei Kräutern geröstet. Ich liebe ja die „Wilde Rosmarie“ mit Thymian und Rosmarin. Wir machen auch Nussmus, crunchy Bolognese und Pasta Topping. Die Ideen für nussige Produkte sprudeln, alle vegan.

Julian, ihr habt euch zum Start ausgerechnet eine besonders harte Nuss* ausgesucht. Oder warum werden Cashews eigentlich nie mit Schale zum Selberknacken angeboten? 

Die Schale ist wirklich so hart, dass du mit einem normalen Nussknacker kläglich scheitern würdest. Aber vor allem enthält sie ein ätzendes Öl. In Nigeria packte mich die Neugier, ich wollte das selbst spüren: Das Zeug bitzelt auf der Haut wie ein aggressives Putzmittel. Deshalb können Cashews nur „nackt“ verkauft werden, und der Verarbeitungsprozess ist megaaufwändig.

Vier junge Männer aus Baden-Württemberg stampfen 2014 eine Cashew-Produktion in Nigeria aus dem Boden – nur die Bäume sind schon da und der Hof von Cashew4U-Mitgründer Okey Ugwu in dessen alter Heimat Aku. Ihre Idee: eine „Fairchain“ für die Cashews aufbauen und den knabberfertigen Snack per Direktvertrieb auf den deutschen Markt bringen. Amos Bucher ist Maschinenbauingenieur, Bruder Tobias Schreinermeister, Cousin Julian Bletscher gerade mit seinem Lehramtstudium fertig, und Okey hat seinen Bachelor in Elektrotechnik in der Tasche. Keiner ihrer Lebensläufe enthält bis dato auch nur Spuren von Nüssen … 

Wenige Jahre später beschäftigt das Unternehmen, das jetzt fairfood Freiburg heißt, über 30 Menschen in Nigeria und etwa nochmal so viele in der Green City, geleitet von Amos Bucher. Zu den Cashews haben sich weitere Nüsse und Trockenfrüchte aus aller Welt gesellt, alle Bio und fair gehandelt. Julian ist inzwischen für die hauseigene Rösterei verantwortlich und erzählt uns im Interview von kernigen Herausforderungen und Ideen.

Julian, ihr habt euch zum Start ausgerechnet eine besonders harte Nuss* ausgesucht. Oder warum werden Cashews eigentlich nie mit Schale zum Selberknacken angeboten? 

Die Schale ist wirklich so hart, dass du mit einem normalen Nussknacker kläglich scheitern würdest. Aber vor allem enthält sie ein ätzendes Öl. In Nigeria packte mich die Neugier, ich wollte das selbst spüren: Das Zeug bitzelt auf der Haut wie ein aggressives Putzmittel. Deshalb können Cashews nur „nackt“ verkauft werden, und der Verarbeitungsprozess ist megaaufwändig.

Warum setzt ihr in Aku auf reine Handarbeit und archaisch wirkende Methoden –wie das Rösten in einer Feuerschale? 

Ideal ist das nicht, klar. Bisher fehlten uns die Mittel, um die Produktion zu technisieren, und wir scheuten, offen gesagt, das Risiko – schon wegen der politisch instabilen Lage im Land. Doch in Zukunft planen wir den Bau einer kleinen Fabrik. Damit können wir die Produktionsmenge deutlich erhöhen. Die Cashews sollen dann in Wasserdampfkesseln vorbehandelt und mit mechanischen Knackmaschinen von der Schale befreit werden.

So wie in Burkino Faso, eurer zweiten Quelle für die leckeren Kerne? 

Ja, dort ist man diesbezüglich schon moderner aufgestellt. Die gebana AG aus Zürich, die Produkte nach dem Motto „Weltweit ab Hof“ fair und direkt vertreibt, half beim Aufbau einer Kooperative, der mittlerweile über 140 Kleinbauernfamilien angehören, sowie eine Cashewfabrik in Bobo-Dioulasso. Die Cashewbäume wachsen auf kleinen Parzellen in Mischkultur mit Mangobäumen. Wir nehmen der Kooperative zu festen, vom Weltmarkt unabhängigen Preisen beides ab – 2020 waren es 60 Tonnen Cashew und 4 Tonnen Mango.

Ihr habt eure Produktpalette zügig erweitert, wie kamen die Kontakte zu den Erzeugern zustande?

Meist über das Fairtrade-Netzwerk. Wir kaufen Bio-Nüsse und Bio-Trockenfrüchte von bestehenden Kooperativen, die unsere Werte teilen. Ein Partner, mit dem wir jetzt ein zweites eigenes Projekt in Ruanda starten, ist die Deutsche Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit. Es geht um Macadamia. Wir helfen den Bauern, auf Bio-Anbau umzustellen und Kooperativen zu bilden. Und wie in Nigeria wird hier eine Verarbeitungsstätte ganz neu errichtet. 

Bei euren Paranüssen gibt es eine Besonderheit: Sie werden wild gesammelt im bolivianischen Amazonas-Regenwald. 

Das ist besonders und doch wieder nicht. Paranüsse kannst du nur wild sammeln. Die Bäume lassen sich nicht kultivieren, sie sind auf ihr intaktes Regenwald-Ökosystem angewiesen, auch weil sie zur Bestäubung bestimmte Prachtbienen mit extralangem Rüssel brauchen. Solange sich das Sammeln, Verarbeiten und Verkaufen der Nüsse für die Menschen vor Ort rentiert, gibt es keinen Grund, ihren Wald etwa für Soja-Plantagen abzuholzen.

Vier junge Männer aus Baden-Württemberg stampfen 2014 eine Cashew-Produktion in Nigeria aus dem Boden – nur die Bäume sind schon da und der Hof von Cashew4U-Mitgründer Okey Ugwu in dessen alter Heimat Aku. Ihre Idee: eine „Fairchain“ für die Cashews aufbauen und den knabberfertigen Snack per Direktvertrieb auf den deutschen Markt bringen. Amos Bucher ist Maschinenbauingenieur, Bruder Tobias Schreinermeister, Cousin Julian Bletscher gerade mit seinem Lehramtstudium fertig, und Okey hat seinen Bachelor in Elektrotechnik in der Tasche. Keiner ihrer Lebensläufe enthält bis dato auch nur Spuren von Nüssen … 

Wenige Jahre später beschäftigt das Unternehmen, das jetzt fairfood Freiburg heißt, über 30 Menschen in Nigeria und etwa nochmal so viele in der Green City, geleitet von Amos Bucher. Zu den Cashews haben sich weitere Nüsse und Trockenfrüchte aus aller Welt gesellt, alle Bio und fair gehandelt. Julian ist inzwischen für die hauseigene Rösterei verantwortlich und erzählt uns im Interview von kernigen Herausforderungen und Ideen.

Du willst sagen: Knabbert ordentlich fette Paranüsse und rettet den Regenwald! 

Nur zu (lacht)! Wir wollen auch einen Beitrag zur Rettung der Meere leisten …

… indem ihr Plastikmüll vermeidet. 2020 habt ihr eure Nüsse in Pfandgläsern herausgebracht, die man vorher nur von Joghurt kannte. Verdammt, warum ist bloß niemand vor euch darauf gekommen?! 

Das war, zusammen mit Alnatura, tatsächlich eine Pioniertat und nicht einfach, in das von Molkereien etablierte Pfandglas-System einzusteigen. Es gab rechtliche Dinge zu klären und logistische Probleme zu lösen. Ich hoffe, dass wir damit anderen die Tür geöffnet haben, ihre Produkte ebenfalls ins Pflandglas zu füllen. Deshalb bauen wir gerade eine Pfandgebinde-Community auf. Künftig wollen wir uns fairerweise auch an der „Drecksarbeit“ beteiligen: mit einer eigenen Gläser-Waschstraße. Übrigens gibt’s unsere Nüsschen auch in Unverpackt-Läden. 

Nüsschen, niedlich. Ihr habt auch gerade unter deiner Projektverantwortung und mithilfe von Crowdinvesting eine größere Rösterei aufgebaut. Wie viele Tönnchen röstet und veredelt ihr denn so pro Woche? 

Ungefähr drei Tonnen: Cashews, Paranüsse, Erdnüsse und Mandeln – ohne Öl, nur mit Meersalz oder mit allerlei Kräutern geröstet. Ich liebe ja die „Wilde Rosmarie“ mit Thymian und Rosmarin. Wir machen auch Nussmus, crunchy Bolognese und Pasta Topping. Die Ideen für nussige Produkte sprudeln, alle vegan.

Warum setzt ihr in Aku auf reine Handarbeit und archaisch wirkende Methoden –wie das Rösten in einer Feuerschale? 

Ideal ist das nicht, klar. Bisher fehlten uns die Mittel, um die Produktion zu technisieren, und wir scheuten, offen gesagt, das Risiko – schon wegen der politisch instabilen Lage im Land. Doch in Zukunft planen wir den Bau einer kleinen Fabrik. Damit können wir die Produktionsmenge deutlich erhöhen. Die Cashews sollen dann in Wasserdampfkesseln vorbehandelt und mit mechanischen Knackmaschinen von der Schale befreit werden.

So wie in Burkino Faso, eurer zweiten Quelle für die leckeren Kerne? 

Ja, dort ist man diesbezüglich schon moderner aufgestellt. Die gebana AG aus Zürich, die Produkte nach dem Motto „Weltweit ab Hof“ fair und direkt vertreibt, half beim Aufbau einer Kooperative, der mittlerweile über 140 Kleinbauernfamilien angehören, sowie eine Cashewfabrik in Bobo-Dioulasso. Die Cashewbäume wachsen auf kleinen Parzellen in Mischkultur mit Mangobäumen. Wir nehmen der Kooperative zu festen, vom Weltmarkt unabhängigen Preisen beides ab – 2020 waren es 60 Tonnen Cashew und 4 Tonnen Mango.

Ihr habt eure Produktpalette zügig erweitert, wie kamen die Kontakte zu den Erzeugern zustande?

Meist über das Fairtrade-Netzwerk. Wir kaufen Bio-Nüsse und Bio-Trockenfrüchte von bestehenden Kooperativen, die unsere Werte teilen. Ein Partner, mit dem wir jetzt ein zweites eigenes Projekt in Ruanda starten, ist die Deutsche Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit. Es geht um Macadamia. Wir helfen den Bauern, auf Bio-Anbau umzustellen und Kooperativen zu bilden. Und wie in Nigeria wird hier eine Verarbeitungsstätte ganz neu errichtet.

Bei euren Paranüssen gibt es eine Besonderheit: Sie werden wild gesammelt im bolivianischen Amazonas-Regenwald. 

Das ist besonders und doch wieder nicht. Paranüsse kannst du nur wild sammeln. Die Bäume lassen sich nicht kultivieren, sie sind auf ihr intaktes Regenwald-Ökosystem angewiesen, auch weil sie zur Bestäubung bestimmte Prachtbienen mit extralangem Rüssel brauchen. Solange sich das Sammeln, Verarbeiten und Verkaufen der Nüsse für die Menschen vor Ort rentiert, gibt es keinen Grund, ihren Wald etwa für Soja-Plantagen abzuholzen.

Warum setzt ihr in Aku auf reine Handarbeit und archaisch wirkende Methoden –wie das Rösten in einer Feuerschale? 

Ideal ist das nicht, klar. Bisher fehlten uns die Mittel, um die Produktion zu technisieren, und wir scheuten, offen gesagt, das Risiko – schon wegen der politisch instabilen Lage im Land. Doch in Zukunft planen wir den Bau einer kleinen Fabrik. Damit können wir die Produktionsmenge deutlich erhöhen. Die Cashews sollen dann in Wasserdampfkesseln vorbehandelt und mit mechanischen Knackmaschinen von der Schale befreit werden.

So wie in Burkino Faso, eurer zweiten Quelle für die leckeren Kerne? 

Ja, dort ist man diesbezüglich schon moderner aufgestellt. Die gebana AG aus Zürich, die Produkte nach dem Motto „Weltweit ab Hof“ fair und direkt vertreibt, half beim Aufbau einer Kooperative, der mittlerweile über 140 Kleinbauernfamilien angehören, sowie eine Cashewfabrik in Bobo-Dioulasso. Die Cashewbäume wachsen auf kleinen Parzellen in Mischkultur mit Mangobäumen. Wir nehmen der Kooperative zu festen, vom Weltmarkt unabhängigen Preisen beides ab – 2020 waren es 60 Tonnen Cashew und 4 Tonnen Mango.

Ihr habt eure Produktpalette zügig erweitert, wie kamen die Kontakte zu den Erzeugern zustande?

Meist über das Fairtrade-Netzwerk. Wir kaufen Bio-Nüsse und Bio-Trockenfrüchte von bestehenden Kooperativen, die unsere Werte teilen. Ein Partner, mit dem wir jetzt ein zweites eigenes Projekt in Ruanda starten, ist die Deutsche Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit. Es geht um Macadamia. Wir helfen den Bauern, auf Bio-Anbau umzustellen und Kooperativen zu bilden. Und wie in Nigeria wird hier eine Verarbeitungsstätte ganz neu errichtet.

Bei euren Paranüssen gibt es eine Besonderheit: Sie werden wild gesammelt im bolivianischen Amazonas-Regenwald.

Das ist besonders und doch wieder nicht. Paranüsse kannst du nur wild sammeln. Die Bäume lassen sich nicht kultivieren, sie sind auf ihr intaktes Regenwald-Ökosystem angewiesen, auch weil sie zur Bestäubung bestimmte Prachtbienen mit extralangem Rüssel brauchen. Solange sich das Sammeln, Verarbeiten und Verkaufen der Nüsse für die Menschen vor Ort rentiert, gibt es keinen Grund, ihren Wald etwa für Soja-Plantagen abzuholzen.

Du willst sagen: Knabbert ordentlich fette Paranüsse und rettet den Regenwald! 

Nur zu (lacht)! Wir wollen auch einen Beitrag zur Rettung der Meere leisten …

… indem ihr Plastikmüll vermeidet. 2020 habt ihr eure Nüsse in Pfandgläsern herausgebracht, die man vorher nur von Joghurt kannte. Verdammt, warum ist bloß niemand vor euch darauf gekommen?! 

Das war, zusammen mit Alnatura, tatsächlich eine Pioniertat und nicht einfach, in das von Molkereien etablierte Pfandglas-System einzusteigen. Es gab rechtliche Dinge zu klären und logistische Probleme zu lösen. Ich hoffe, dass wir damit anderen die Tür geöffnet haben, ihre Produkte ebenfalls ins Pflandglas zu füllen. Deshalb bauen wir gerade eine Pfandgebinde-Community auf. Künftig wollen wir uns fairerweise auch an der „Drecksarbeit“ beteiligen: mit einer eigenen Gläser-Waschstraße. Übrigens gibt’s unsere Nüsschen auch in Unverpackt-Läden. 

Nüsschen, niedlich. Ihr habt auch gerade unter deiner Projektverantwortung und mithilfe von Crowdinvesting eine größere Rösterei aufgebaut. Wie viele Tönnchen röstet und veredelt ihr denn so pro Woche? 

Ungefähr drei Tonnen: Cashews, Paranüsse, Erdnüsse und Mandeln – ohne Öl, nur mit Meersalz oder mit allerlei Kräutern geröstet. Ich liebe ja die „Wilde Rosmarie“ mit Thymian und Rosmarin. Wir machen auch Nussmus, crunchy Bolognese und Pasta Topping. Die Ideen für nussige Produkte sprudeln, alle vegan.

Die Cashewbäume wachsen auf kleinen Parzellen in Mischkultur mit Mangobäumen. Wir nehmen der Kooperative zu festen, vom Weltmarkt unabhängigen Preisen beides ab – 2020 waren es 60 Tonnen Cashew und 4 Tonnen Mango.

Ihr habt eure Produktpalette zügig erweitert, wie kamen die Kontakte zu den Erzeugern zustande?

Meist über das Fairtrade-Netzwerk. Wir kaufen Bio-Nüsse und Bio-Trockenfrüchte von bestehenden Kooperativen, die unsere Werte teilen. Ein Partner, mit dem wir jetzt ein zweites eigenes Projekt in Ruanda starten, ist die Deutsche Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit. Es geht um Macadamia. Wir helfen den Bauern, auf Bio-Anbau umzustellen und Kooperativen zu bilden. Und wie in Nigeria wird hier eine Verarbeitungsstätte ganz neu errichtet.

Bei euren Paranüssen gibt es eine Besonderheit: Sie werden wild gesammelt im bolivianischen Amazonas-Regenwald. 

Das ist besonders und doch wieder nicht. Paranüsse kannst du nur wild sammeln. Die Bäume lassen sich nicht kultivieren, sie sind auf ihr intaktes Regenwald-Ökosystem angewiesen, auch weil sie zur Bestäubung bestimmte Prachtbienen mit extralangem Rüssel brauchen. Solange sich das Sammeln, Verarbeiten und Verkaufen der Nüsse für die Menschen vor Ort rentiert, gibt es keinen Grund, ihren Wald etwa für Soja-Plantagen abzuholzen.

Du willst sagen: Knabbert ordentlich fette Paranüsse und rettet den Regenwald! 

Nur zu (lacht)! Wir wollen auch einen Beitrag zur Rettung der Meere leisten …

… indem ihr Plastikmüll vermeidet. 2020 habt ihr eure Nüsse in Pfandgläsern herausgebracht, die man vorher nur von Joghurt kannte. Verdammt, warum ist bloß niemand vor euch darauf gekommen?! 

Das war, zusammen mit Alnatura, tatsächlich eine Pioniertat und nicht einfach, in das von Molkereien etablierte Pfandglas-System einzusteigen. Es gab rechtliche Dinge zu klären und logistische Probleme zu lösen. Ich hoffe, dass wir damit anderen die Tür geöffnet haben, ihre Produkte ebenfalls ins Pflandglas zu füllen. Deshalb bauen wir gerade eine Pfandgebinde-Community auf. Künftig wollen wir uns fairerweise auch an der „Drecksarbeit“ beteiligen: mit einer eigenen Gläser-Waschstraße. Übrigens gibt’s unsere Nüsschen auch in Unverpackt-Läden. 

Nüsschen, niedlich. Ihr habt auch gerade unter deiner Projektverantwortung und mithilfe von Crowdinvesting eine größere Rösterei aufgebaut. Wie viele Tönnchen röstet und veredelt ihr denn so pro Woche? 

Ungefähr drei Tonnen: Cashews, Paranüsse, Erdnüsse und Mandeln – ohne Öl, nur mit Meersalz oder mit allerlei Kräutern geröstet. Ich liebe ja die „Wilde Rosmarie“ mit Thymian und Rosmarin. Wir machen auch Nussmus, crunchy Bolognese und Pasta Topping. Die Ideen für nussige Produkte sprudeln, alle vegan.

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